Philosophie

Die 11 Leitgedanken von Mas Oyama

  1. Der Weg der Kampfkunst beginnt und endet mit Höflichkeit. Sei darum stets aufrichtig und wahrhaftig höflich.
  2. Dem Weg der Kampfkunst zu folgen, ist wie eine Klippe hinauf zu klettern. Steige ohne Pause aufwärts. Die Aufgabe verlangt absolute und echte Hingabe.
  3. Strebe danach in allen Dingen die Initiative zu ergreifen und schütze dich vor Handlungen die von eigenütziger Feindseligkeit oder Gedankenlosigkeit herrühren.
  4. Selbst Kampfkünstler können den Stellenwert des Geldes nicht ignorieren. Trotzdem sollte man vorsichtig sein nicht von ihm eingenommen zu werden.
  5. Im Zentrum des Weges der Kampfkunst liegt die Haltung. Strebe danach jederzeit eine korrekte Haltung zu haben.
  6. Der Weg der Kampfkunst beginnt mit eintausend Tagen und wird nach zehntausend Tagen Training gemeistert.
  7. In der Kampfkunst zeugt Selbstbeobachtung von Weisheit. Sehe das Nachsinnen über Deine Handlungen immer als Gelegenheit zur Verbesserung.
  8. Die Natur und der Zweck des Kampfkunstweges ist universell. Alle egoistischen Sehnsuchte sollen im härtenden Feuer des strengen Trainings geröstet werden.
  9. Die Kampfkunst beginnt in einem Punkt und endet in einem Kreis. Gerade Linien stammen von diesem Prinzip ab.
  10. Das wahre Wesen des Kampfkunstweges kann nur durch eigene Erfahrung erfasst werden. Lerne mit diesem Bewusstsein niemals Angst vor den gestellten Anforderungen zu haben.
  11. Denk immer daran: In der Kampfkunst sind die Belohnungen für ein zuversichtliches und dankbares Herz wahrhaft reichlich.


Bedeutung des Osu

Osu bedeutet Geduld, Respekt und Wertschätzung. Wenn man es sich zum Ziel setzt, einen starken Körper und einen ebenso festen Geist zu entwickeln, dann ist es notwendig, sich hartem und konsequentem Training zu unterziehen.

Dies ist eine große Herausforderung, denn du mußt dich selbst an den Punkt bringen, von dem du glaubst, dass er die Grenze deiner Leistungsfähigkeit darstellt, an den Punkt, an dem du aufhören möchtest, an dem du aufgeben willst. Wenn du dann diesen Punkt erreichst, siehst du dich deinen schwierigsten Gegnern gegenüber: du selbst und deine eigene Schwäche.

Und es ist wichtig, dass du diesen Punkt überwindest, über dich hinaus wächst, um schließlich aus dieser Begegnung jedes mal aufs Neue als Sieger hervorzugehen. Um dies schaffen zu können, musst du lernen, alles was dich auf diesem Weg erwartet zu erdulden. Das ist die passive Seite des OSU.

Und du musst andererseits lernen, die Bereitschaft in dir zu entwickeln, dich voll einzubringen und alles zu geben, was dir möglich ist. Das ist die aktive Seite des OSU.

Beide Elemente, das passive und das aktive fügen sich in dem Wort OSU zu einer Einheit zusammen.

Der Grund, warum du dich dem harten Training hin gibst ist, weil du dir selbst wichtig bist. Und sich selbst wichtig zu sein bedeutet, sich selbst gegenüber Verantwortung und Respekt zu empfinden.

Diese Form der Selbstachtung entwickelt sich und weitet sich aus, hin zum Respekt gegenüber deinem Lehrer und gegenüber den anderen Schülern. Wann immer du das Dojo betrittst verbeugst du dich und sagst OSU. Damit drückst du aus, dass du dein Dojo und die Zeit, die du darin verbringst respektierst und bewusst verbringst. Dieses bewusste Empfinden von Respekt ist OSU.

Wenn du das Dojo nach dem Training verlässt, verbeugst du dich erneut und sagst OSU. Dies tust du aus Wertschätzung für deinen Lehrer und die anderen Mittrainierenden. Ach dieses Gefühl von Wertschätzung ist OSU.

Um uns immer an diese Bedeutungen zu erinnern, verwenden wir dieses Wort so oft. Um uns an dies unumstößlichen Werte zu erinnern.


Vom Geiste des Osu

Der Geist des "OSU" kennt keinen Platz für Geltungsbedürfnis und Selbstsucht.

Sehr genau vermag das Wort „Osu“ das Höchste zu umschreiben, das die Kunst des Karate- und Kyokushin im besonderen- zu bieten hat. Als weise und mutig darf gelten, wer wirklich in der Lage ist, den Geist des Osu mit jedem Wort, jedem Gedanken und jeder Tat offenbar werden zu lassen. Auch das Training sollte zuerst und zuvorderst ganz im Geist des Osu ausgeübt werden. Der Alltag schließlich, mit all seinen Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten- im Geiste des „Osu“ könnte er bewußter und damit erfüllter gelebt werden. Im Grunde des Herzens bestünden dann keine Zwei­fel, keine Ängste und keine Sorgen
Die japanische Haltung ist die der Ausdauer. Wo es Menchen des Westens so leicht erscheint, ein­fach aufzuhören, wenn es schwierig wird, weiß ein Japaner traditionell nur, daß er ausdauernd standhalten muß. Ebenso: wenn einer im Training Schmerz empfindet, sollte dies nicht das Signal zum Aufhören sein, sondern es sollte als Gelegenheit angesehen werden werden, durch Beharrlich­keit zu reifen.
Selbst für den Anfänger, der sich seiner eingeschränkten Fähigkeiten bewußt ist und der nun vor den Anforderungen des Trainings zurückschrecken wird, reicht es aus zu wissen, daß er durch Be­harrlichkeit und den Willen sein Ziel weiter zu verfolgen, enorme körperliche, geistige und emo­tionlae Gewinne erzielen wird. Alles was er braucht ist diese besondere Entschlossenheit. Einer der sich nicht müht und zum Aufgeben neigt, darf auf lange Sicht nicht auf Verständnis hoffen. Der Unterrichtende erkennt den, der sich bemüht und den, der es nicht tut. So wie es auf der einen Seite selbst dem Naturtalent ohne jede Anstrengung unmöglich bleibt, über ein Mindestmaß hinauszu­wachsen, so vermag der weniger Begabte andererseits allein durch Entschlossenheit und Ausdauer im Training deutlich fortzuschreiten. Allein über die Entschlossenheit und den Willen zu kämpfen, wird das Herz empfänglich für „Osu“ und der dich Unterrichtende wird sein Bestes geben, dich zu unterstützen.


Samurai Spirit / OSU no Seishin

Der ,der jeden Tag den Geist des „Osu“ zu leben weiß, hält seinen Kopf gebeugt, seine Augen aber richtet er nach oben.
Zurückhaltend wird er sprechen,ein gutes Herz haben und unermüdlich sein in der Ausübung seines Trainings.